Globale Normen
Bemerkungen zur globalen Anwendbarkeit von
internationalen Normen
(Alle Angaben betreffend Reglemente ohne Gewähr)
Grundsatz:
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Do it once - do it right - do it internationally
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Dieser Satz sagt aus, dass anstatt zuerst nationale oder regionale Normen,
gleich internationale Normen erstellt werden sollen.
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Dies gilt auch für Industriestandards und für technische
Spezifikationen, die in Vorschriften aufgeführt sind.
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Internationale Normen müssen im Konsens so gestaltet werden, dass
sie, wenn immer möglich, in allen Ländern der
Welt unter zumutbaren Bedingungen angewendet und dadurch auch angenommen
werden können.
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Dazu gehört auch eine Bereitschaft, selbst gewisse Gewohnheiten
aufzugeben und Neues zu akzeptieren.
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Die internationalen Normen sind in die nationalen Normenwerke
aufzunehmen und abweichende nationale Normen sind
zurückzuziehen.
Aus der Vergangenheit:
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Vor allem nach dem letzten Weltkrieg wurden zum raschen Wiederaufbau der
Industrie viele nationale Normen erstellt.
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In Deutschland wurden zum Beispiel vom DIN über 20'000 nationale
Normen herausgegeben.
Dazu hat auch beigetragen, dass bei der Gründung der ISO
im Jahre 1948 die deutsche Sprache nicht als "ISO-Sprache" anerkannt
wurde (DIN wurde erst 1951 Mitglied der ISO).
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Es muss erwähnt werden, dass auch in anderen grossen
Wirtschaftsgebieten, wie USA und Japan, sehr viele Normen erstellt wurden.
Viele dieser Normen nahmen keine Rücksicht auf ISO, da auch in
diesen Ländern die Normen in möglichst kurzer Zeit
verfügbar sein mussten und damit nur auf den nationalen resp.
regionalen Markt ausgerichtet wurden.
Oft wurden auch noch andere Masssysteme angewendet.
Da die Industrie Normen in der Landessprache benötigt, kamen in
Japan, wie in Deutschland, das Sprachproblem dazu.
Technische Zusammenarbeit am Beispiel von ISO und CEN:
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Mit der
Wiener Vereinbarung zwischen ISO und CEN konnten schon
viele Doppelspurigkeiten und Widersprüche verhindert werden.
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Nach diesem Prinzip erfolgen die Normungsarbeiten entweder bei ISO
oder im CEN und die Normen werden anschliessend als ISO und als
EN ISO Normen herausgegeben.
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Die Ausgaben EN-ISO vom CEN enthalten einen normativen Anhang ZA in
dem auf diese Übernahme (Anerkennung) hingewiesen wird.
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Es ist wichtig festzuhalten, dass die ISO-Normen im Normalfall
2-sprachig (Englisch Französisch) sind, die EN-Normen
(einschliesslich der EN-ISO) jedoch 3-sprachig
(Englisch Französisch Deutsch) und zudem wegen der
Übernahmeverplichtung meist noch in andere europäische
Sprachen übersetzt werden.
Vorschriften und Normen in Europa:
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Mit Richtlinien (Direktiven) wird den EU-Ländern vorgeschrieben,
grundlegende Anforderungen in Gesetzen und Vorschriften zu erlassen.
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Die in diesen Richtlinien erwähnten harmonisierten Normen gelten
dann als eine der Möglichkeiten, diese Gesetze zu erfüllen.
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In den harmonisierten Normen wird in einem (informativen) Vorwort
und einen informativen Anhang auf die Direktiven hingewiesen.
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Auch die entsprechenden harmonisierten EN-ISO Normen enthalten in der
EN-ISO Ausgabe dieses europäische (informative) Vorwort und diesen
eurpoäischen informativen Anhang.
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Wichtig ist festzustellen, dass in ISO und bei CEN im normativen
Text keine Hinweise auf Gesetze und Vorschriften
und Anforderungen von Managementsystemen gemacht werden dürfen.
Solche Hinweise dürfen nur in (informativen)
Vorwörtern und informativen Anhängen aufgenommen werden.
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Durch die Übernahmeverpflichtung und den Rückzug von
abweichenden nationalen Normen kann auch in den Gesetzen nicht mehr
auf anderslautende nationale Normen verwiesen werden,
diese Abweichungen müssen in den Gesetzen formuliert werden.
Vorschriften und Normen bei ISO und IEC:
Vermeidung von technischen Handelshemmnissen:
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Manche internationalen Normen sind in dieser Beziehung noch
ungenügend.
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Vor allem fehlende "Global Relevance of International Standards", das
heisst die fehlende Anwendbarkeit der Normen in allen Ländern
führt oft zu technischen Handelshemmnissen.
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Oft sind auch Vorschriften Handelshemmnisse, besonders wenn sie auf
nationale oder regionale, anstatt internationale Normen verweisen.
Globale Anwendbarkeit der Normen:
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Es besteht bei der allgemeinen Normung (nicht in der Informationstechnik,
bei der die USA federführend sind) immer noch ein gewisser
Widerstand gegen globale, auf der ganzen Welt anwendbare Normen, ohne
Protektionismus und in Berücksichtigung bestehender Gewohnheiten.
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Mit dem Prinzip des "Global Relevance of International Standards", das
heisst der Anwendbarkeit der Normen in verschiedenen Regionen und
Ländern der Welt wird versucht, dem entgegenzutreten.
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Es gibt viele internationale Normen, die diesen Anforderungen noch
nicht entsprechen und dringend revidiert werden sollten.
Die Mitglieder von ISO und deren Geldgeber sind in dieser Beziehung
noch stark gefordert.
Ausnahmen von der Einheitlichkeit bei CEN:
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Im CEN mussten besondere Regeln für Ausnahmen von der
Einheitlichkeit geschaffen werden, da auch in Europa noch Gesetze
bestehen, die den Normen widersprechen und auch Gegebenheiten
vorhanden sind, die durch die Normung nicht aufgehoben werden können.
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Mit einer sogenannten A-Abweichung
(
A-deviation)
kann in einer EN Norm in einem
informativen Anhang darauf hingewiesen werden, dass in einem
Mitgliedland des CEN anderslautende gesetzliche Vorschriften bestehen,
die in diesem Land berücksichtigt werden müssen.
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Andererseits gibt es besondere nationale Bedingungen,
(
special national condition)
das heisst nationale Eigenschaften, oder Praxis, die nicht - selbst nach einem
längerem Zeitraum - geändert werden können, z.B.
klimatische Bedingungen oder elektrische Erdungsbedingungen.
Wenn sie die Harmonisierung beeinflusst, bildet sie Teil der EN
entweder ohne Erwähnung des Landes im normativen Text, oder mit
Erwähnung des Landes in einem normativen Anhang.
Ausnahmen von der Einheitlichkeit bei ISO:
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Um der Anwendbarkeit der Internationalen Normen in verschiedeben
Regionen und wirtschaftlich wichtigen Gebieten unter
gleichzeitigem Abbau der technischen Handelshemmnisse zu
entsprechen, sind oft auch Ausnahmen von der Einheitslösung
vorzusehen.
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Die Reglemente von ISO sehen mehrere solche Lösungen vor, die
in den Unterlagen von "Global Relevance of International Standards"
beschrieben sind.
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Die Voraussetzungen wären also gegeben, dass vermehrt internationale
Normen geschaffen werden, die auch wirklich in allen Ländern und
in allen Sektoren angewendet werden können.
Beispiele der Anwendbarkeit:
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Ein (gutes) Beispiel ist die Normung der Metallschläuche, die
mit Materialien, Rohrverschraubungen, Flanschen und Druckstufen nach
ISO Normen als auch nach den entsprechenden Spezifikationen nach
EN-Normen hergestellt werden können.
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Ein schlechtes Beispiel sind die Rohrverschraubungen, bei denen die
USA und Japan die (europäischen) ISO Gewinde nicht annehmen und
die europäischen Mitglieder der ISO eine Revision der
entsprechenden ISO Normen seit Jahren blockieren.
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Ein weiteres (schlechtes) Beispiel sind die Druckbehälter.
Hier sind es vor allem die gesetzlichen Vorschriftn in den einzelnen
Länder, die eine weltweite Harmonisierung der Normen behindern.
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Ein viel zitiertes Beispiel sind die Elektrostecker, die nur mit
enormen Kosten weltweit vereinheitlicht werden könnten.
Auch hier hat sich gezeigt, dass auch internationale Normen auf die
realen Gegebenheiten und die Wirtschaftlichkeit Rücksicht zu
nehmen haben und in ihren Normen nicht nur Einheitlichkeit
"vorschreiben" dürfen.
Übernahmeverpflichtung:
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Die CEN CENELEC und ETSI Mitglieder sind verpflichtet, die
EN Normen in ihr nationales Normenwerk aufzunehmen und
abweichende nationale Normen zurückzuziehen.
(Beispiel: DIN EN, NF EN, SN EN etc.)
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Darunter fallen dann natürlich auch alle EN-ISO und EN-IEC Normen.
(Beispiel: DIN EN ISO, NF EN ISO, SN EN ISO, resp. EN IEC etc.)
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Wie bereits erwähnt, werden internationale Normen, die ins
nationale Normenwerk aufgenommen werden, normalerweise auch in die
entsprechende Landessprache übersetzt.
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In der Informationstechnologie wird aber oft nur eine englische
Version erstellt, die alleine durch den Markt sich weltweit durchsetzt.
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Bei ISO und IEC gibt es nur die Aufforderung dies freiwillig zu tun aber
keine Verpflichtung die internationalen Normen in die
nationalen Normenwerke aufzunehmen und abweichende nationale
Normen zurückzuziehen.
(Beispiele: DIN ISO, NF ISO, SN ISO, resp. DIN IEC etc.)
Transparenz der Normung:
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Im Gegensatz zur internationalen und regionalen Normung, die
normaleweise alle Reglemente auf Internet frei verfügbar
macht (wie auch alle Gesetzestexte heute frei verfügbar sind),
sind zum Teil die Grundsätze der Normungsarbeit oder die Allgemeinen
Grundnormen von nationalen Normenorganisationen z.B. in Deutschland
und der Schweiz nicht kostenfrei verfügbar.
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Wie in der Einleitung erwähnt, ist der Status und die
ICS-Nummer der nationalen Dokumente nicht immer angegeben.