1.2.1 Allgemein
en General
fr Général
Verwenden Sie die richtigen Ausdrücke!
Einleitung
und
Begriffe
Beispiel aus der Normung in der Schweiz:
Wie entsteht eine Norm
-
1 Einleitung
Im deutschen Sprachgebrauch ist in den letzten Jahren eine
Begriffsverwirrung eingetreten, indem "Standard" analog dem englischen
Begriff "standard" auch für Normen verwendet wird.
Die Internationalen, Europäischen und Nationalen Normen sind
"Normen" (und keine "Standards"), denn sie werden im Konsens und mit dem
Normungsverfahren einer anerkannten Normenorganisation erstellt und
veröffentlicht.
Verschiedene Firmen und Organisationen, vor allem in der
Informationstechnik und im Bankwesen, geben grundlegende und allseits
anerkannte "Standards" heraus. Dies sind meist "Industriestandards", die
im englischen Sprachgebrauch als "defacto-standards" bezeichnet
werden.
"Standards", wie auch "Firmen-Normen" oder "Verbands-Normen",
können erst eine "Norm" werden, wenn sie in einem
öffentlichen Normungsverfahren einer anerkannten
Normungsorganisation "im Konsens" angenommen werden.
Der Ausdruck "Standard" sollte daher in der deutschen Sprache
nicht für "Normen" verwendet werden.
Beachten Sie auch:
Normen im Allgemeinen:
-
Folgende Grundsätze bestimmen die Normungsarbeit:
Freiwilligkeit, Öffentlichkeit, Breite Beteiligung,
Konsens,
Einheitlichkeit, Widerspruchsfreiheit, Sachbezogenheit,
Stand der Wissenschaft,
Stand der Technik, Wirtschaftlichkeit, Allgemeiner Nutzen,
Internationalität.
-
Normen haben einen bestimmten Aufbau mit "normativen" und "informativen"
Teilen.
Europäische Normen:
-
"Europäische Normen" werden als
"
EN"
bezeichnet und werden in
CEN,
CENELEC
und
ETSI
erstellt.
Diese Normen müssen von den Mitgliederländern in ihr
nationales Normenwerk aufgenommen werden und anderslautende nationale
Normen müssen zurückgezogen werden.
-
Die "EN-Sprachen" von CEN und CENELEC sind Deutsch, Englisch und
Französisch. ETSI EN werden nur in Englisch herausgegeben.
-
"
Europäische Normen"
sind keine
"Euronormen"
-
"Europäische Normen" sind "Regionale Normen" von
regionalen Normenorganisationen
und nicht "Internationale Normen".
-
Nur die ETSI EN Normen sind im Volltext gratis bei ETSI
erhältlich.
Die andern EN Normen können nur als nationale Ausgaben
der Mitgliederländer kostenpflichtig bezogen werden.
-
Das "Neue Konzept" der EU regelt in der EU das Verhältnis von
Vorschriften und Normen:
Neues Konzept - Harmonisierte Normen
-
In der Schweiz werden zur Vermeidung von technischen
Handelshemmnissen technische Vorschriften auf die technischen
Vorschriften der wichtigsten Handelspartner abgestimmt.
Dazu gehört in erster Linie die Europäische Union (EU).
Das New and Global Approach Konzept
-
"Harmonized" bei
Harmonised Standards in der EU hat eine andere Bedeutung als zum
Beispiel bei
International harmonized stage codes der ISO.
Bei CEN/CENELEC sind auch
"
harmonization (of national standards)"
und
"
Harmonization Document (HD)"
von CENELEC verschiedene Dinge.
Internationale Normen:
-
"Internationale Normen" werden von
ISO,
IEC
und
ITU-T
herausgegeben.
-
Die Hauptarbeit wird von den
"ISO members" geleistet, deren Mitarbeit in den technischen Komitees
durch anklicken der entsprechenden
"Participation in TCs" am Beipiel der der Schweiz ersichtlich ist.
Die ISO veröffentlicht auch Normen, die in anderen
Internationalen "normenschaffenden" Organisationen erarbeitet
oder verwendet werden.
Je nach Status der Liaison können auch
"Organizations in cooperation with ISO" an den Sitzungen der
technischen Komitees teilnehmen.
-
"internationale Normen" werden von internationalen normenschaffenden
Organisationen herausgegeben und "Internationale Normen" (International
gross geschrieben) sind Normen von ISO und IEC.
-
Die Abkürzung "ISO" kommt aus dem griechischen für "gleich"
und ist nicht ein Akronym, gebildet aus den Anfangsbuchstaben von
"International Organization for Standardization"
oder "Organisation internationale de normalisation".
-
Die "ISO-Sprachen" sind Englisch, Französisch und Russisch
(Russisch nur von den Dokumenten, deren Übersetzung von Russland
geliefert wird und französisch nur, wenn das technische Komitee eine
solche Sprachfassung erarbeitet oder
AFNOR
die Übersetzung liefert).
-
Obwohl in den ISO Normen generell die englische Schreibweise angewendet
wird, werden Ausdrücke wie "Standardization", "Organization",
"Harmonization" nach der amerikanischen Schreibweise mit "z"
geschrieben. Da CEN die gleichen Regeln verwendet, ist auch hier
in den Normen die gleiche Schreibweise anzutreffen.
Nationale Normen:
-
Alle Normenorganisationen geben auf ihren Homepages Auskunft über
ihre Tätigkeiten und veröffentlichten Normen.
-
Der Zugang zur eigentlichen Normungsarbeit ist natürlich
passwortgeschützt.
-
Bei den nationalen Normenorganisationen sind oft die
Grundsätze der Normungsarbeit oder die Allgemeinen Grundnormen
nicht kostenfrei verfügbar.
(Meines Wissens auch nicht für die Mitglieder in Deutschland
und in der Schweiz, da ein Teil dieser Dokumente als Normen verkauft
werden.)
-
Es sollen von den nationalen Normenorganisationen keine Dokumente
veröffentlicht und in das Normenregister aufgenommen werden,
bei denen es nicht klar ist, ob es sich um
Normen oder um Standards (Fachberichte, Leitfäden etc.) handelt
und dementsprechend die Prozeduren korrekt durchgeführt wurden.
-
Auch bei den eigenen nationalen Normen soll die Nummer der
International Classification for Standards (ICS)
angegeben werden.
-
Bei der Aufnahme von internationalen Normen in ein nationales
Normenwerk ist ein öffentliches nationales
Normungsverfahren durchzuführen.
Ein Beschluss eines Normengremiums genügt dazu nicht.
⇒ Siehe auch
"Globale Normen",
"Rechtsverbindlichkeit von Normen"
⇒ Siehe
und
"Referenzieren von ISO und IEC Normen in Vorschriften"
Empfehlungen (Recommendations):
-
⇒ Siehe separaten Abschnitt.
-
Solche Dokumente sind keine Normen.
-
Solche Dokumente sind oft im Volltext auf Internet abrufbar.
Verwenden Sie die richtigen Ausdrücke!
(siehe Abschnitt "Begriffe")
-
2 Begriffe
a) Norm, Normung
-
Eine Norm ist eine allseits rechtlich anerkannte und durch ein
Normungsverfahren beschlossene, allgemeingültige Regel zur Lösung
eines Sachverhaltes.
-
Normen müssen im
Konsens
erarbeitet werden, technisch ausgereift
sein und einen Nutzen für den Anwender haben. Sie müssen alle
Instanzen, eines Normungsverfahrens durchlaufen, angenommen und
veröffentlicht werden.
Folgende Grundsätze bestimmen die Normungsarbeit:
-
Freiwilligkeit, Öffentlichkeit, Breite Beteiligung, Konsens,
Einheitlichkeit, Widerspruchsfreiheit, Sachbezogenheit,
Stand der Wissenschaft,
Stand der Technik,
Wirtschaftlichkeit,
Allgemeiner Nutzen, Internationalität.
Definition von "Norm" nach EN 45020:
-
Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten
Institution angenommen wurde und das für die allgemeine und
wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien oder Merkmale für
die Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt, wobei ein optimaler
Ordnungsgrad in einem gegebenen Zusammenhang angestrebt wird.
Definition einer "internationalen Norm": (international klein geschrieben)
-
Norm, die von einer internationalen normenschaffenden
Institution/Normungsorganisation angenommen wurde und der
Öffentlichkeit zugänglich ist.
[ISO/IEC Guide 2:2004, Begriff 3.2.1.1]
Definition einer "Internationalen Norm" und Status von ISO und IEC Normen:
-
internationale Norm, bei der die verantwortliche
internationale Normungsorganisation die ISO oder die IEC ist.
[CEN/CENELEC-Geschäftsordnung - Teil 3 Begriff 3.2.2]
-
ISO
und
IEC
Normen können in die nationalen Normenwerke aufgenommen
werden. Es besteht dazu aber keine Verpflichtung.
Bei einer Aufnahme werden die Normen z.B. als DIN ISO, NF ISO
oder SN ISO, resp DIN IEC etc. bezeichnet.
Definition und Status einer Europäischen Norm:
-
Die im
CEN,
CENELEC
und
ETSI
erstellten "Europäischen Normen"
(EN) müssen von den Mitgliederländern z.B. als DIN EN, NF EN
oder als SN EN etc. in ihr Normenwerk aufgenommen werden.
Abweichende nationale Normen sind dabei zurückzuziehen.
-
Die vom CEN resp. CENELEC übernommenen ISO und IEC Normen sind
von den Mitgliederländern des CEN und CENELEC z.B. als DIN EN ISO,
NF EN ISO oder als SN EN ISO, resp. DIN EN IEC etc. in ihr Normenwerk
aufzunehmen.
Auch in diesem Fall sind abweichende nationale Normen zurückzuziehen.
-
"
Europäische Normen"
sind keine
"Euronormen"
Vom Normprojekt zur Norm (Beispiel Schweiz):
Recht und Normung - DIN schreibt:
-
Technische Normen sind keine Rechtsnormen.
Als private Vereine können die Normungsverbände nicht
allgemeinverbindliches Recht setzen.
Das Rechtsetzungsmonopol liegt nach der Verfassung beim Staat.
-
Rechtsetzungsmacht wächst den Normenorganisationen auch
nicht dadurch zu, dass Gesetze oder Rechtsverordnungen auf
technische Normen verweisen. Ebenso wenig werden hierdurch
die in Bezug genommenen technischen Regeln in den Rang von
Rechtsnormen erhoben.
-
Die Anwendung von Normen ist freiwilliger Natur.
Bindend werden Normen nur dann, wenn sie Gegenstand von Verträgen
zwischen Parteien sind oder wenn der Gesetzgeber ihre Einhaltung
zwingend vorschreibt.
-
Normen sind eindeutige (anerkannte) Regeln, daher bietet der
Bezug auf Normen in Verträgen Rechtssicherheit.
-
Im Rechtsstreit billigt ein Richter der DIN-Norm regelmässig den
"Beweis des ersten Anscheins" zu. Eine widerlegbare Rechtsvermutung
(Beweislastumkehr).
In der schweizerischen Gesetzgebung steht über "Technische Normen":
-
Technische Normen sind nicht rechtsverbindliche, durch normenschaffende
Organisationen aufgestellte Regeln, Leitlinien oder Merkmale, welche
insbesondere die Herstellung, die Beschaffenheit, die Eigenschaften,
die Verpackung oder die Beschriftung von Produkten oder die Prüfung
oder die Konformitätsbewertung betreffen.
-
Schweizerisches Bundesgesetz über die technischen Handelshemmnisse (SR 946.51)
Art 3 Begriffe
Folgende Begriffe fallen nicht unter den Begriff "Norm" wie er
in der Normung verwendet wird:
b) Standard, Standardisieren
Standard im Allgemeinen:
-
Ein Standard ist eine vergleichsweise einheitliche oder vereinheitlichte,
weithin anerkannte und meist auch angewandte (oder zumindest angestrebte)
Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen,
die sich gegenüber anderen Arten und Weisen durchgesetzt hat.
-
In dieser Bedeutung ist der Begriff insbesondere in den Bereichen
Technik und Methodik üblich, aber auch beispielsweise im Bezug auf
Menschenrechte oder Umweltschutz. Dabei findet der Begriff sowohl
Verwendung bzgl. allgemein anerkannter Zielsetzungen als auch
bezüglich allgemein anerkannter Realisierungen.
Standard als Industrie- oder Defacto Standard:
-
Der Begriff
Industriestandard wird verwendet, wenn es sich im Laufe der
Jahre durch die Praxis vieler Anwender und verschiedener Hersteller
als technisch nützlich und richtig erwiesen hat, bei einer gewissen
Problemstellung ein bestimmtes pragmatisches Regelwerk einzuhalten.
-
Der englische Sprachraum kennt den Industriestandard als de-facto-Standard.
-
Ein schönes Beispiel ist der erweiterte ASCII-Zeichensatz
(Bytes 128 bis 255) des IBM-PC 1981; nachdem sich die Empörung
der Fachwelt gelegt hatte, wurde er von allen kompatiblen Herstellern
akzeptiert.
-
Eine Firmenspezifikation, wie das das Word-Dokument-Format von
Microsoft ist jedoch kein Standard, obwohl es weit verbreitet ist,
denn eine weite Verbreitung ist dafü kein Kriterium.
Weitere Dokumente dieser Kategorie:
-
Normen- und andere Organisationen veröffentlichen
Industriestandards resp. de facto standards und auch andere normative
und informative Dokumente, die nicht als "Normen" bezeichnet werden
können auch unter den Bezeichnungen
"Technical Specification", "Publicly available Specification",
"Recommendation", "Technical Reporrt" oder
"Workshop Agreement" etc.
-
Dies können normative oder informative Dokumente sein,
sind aber keine Normen.
ISO erstellt und veröffentlicht in dieser Kategorie folgende
Dokumente:
(Diese meist befristeten, entweder normativen oder informativen Dokumente
sind keine "Internationalen Normen")
-
ISO Technical Specification:
ISO/TS
(normatives Dokument - Konsens eines Komitees)
-
ISO Publicly Available Specification:
ISO/PAS
(normatives Dokument - Konsens einer Arbeitsgruppe)
-
ISO Technical Report:
ISO/TR
(informatives Dokument)
-
International Workshop Agreement:
IWA
(in einem Arbeitsseminar erstelltes Dokument)
Beispiel einer Ablehnung der Übernahme eines Industriestandards
als Internationale Norm:
CEN erstellt und veröffentlicht in dieser Kategorie folgende
Dokumente:
(Diese meist befristeten, normativen oder informativen Dokumente
sind keine "Europäischen Normen". Die Mitgliederländer des
CEN müssen diese Dokumente ankünden und zur Verfügung
stellen können, sie müssen sie aber nicht in ihr Normenwerk
aufnehmen.)
-
CEN Technical Specification:
CEN/TS (Definition)
CEN/TS (Production process)
(Technische Spezifikation, Dokumente bei dem u.a. Zweifel bestehen ob
Konsens erreicht ist oder die technische Entwicklung des
Normungsgegenstandes noch nicht abgeschlossen ist)
-
CEN Technical Report:
CEN/TR (Definition)
CEN/TR (Production process)
(Technischer Bericht, enthält informatives Material, das nicht
zur Veröffentlichung als Europäische Norm oder Technische
Spezifikation geeignet ist)
-
CEN Workshop Agreement:
CWA (Definition)
CWA (Production process)
(CEN/CENELEC-Vereinbarung, die von einem CEN/CENELEC-Workshop
entwickelt wird und den Konsens zwischen den registrierten
Personen und Organisationen widerspiegelt, die für ihren Inhalt
verantwortlich sind)
DIN veröffentlicht entsprechende Dokumente unter "Fachbericht":
-
DIN-Fachbericht ist das abgeschlossene Ergebnis eines
DIN-Arbeitsgremiums oder die Übernahme eines internationalen
Technischen Berichts, einer internationalen öffentlich verfügbaren
Spezifikation (PAS), eines International Workshop Agreement,
eines informativen Dokumentes der IEC (TTA) oder eines
internationalen Leitfadens. Ein DIN-Fachbericht hat nicht den
Status einer Deutschen Norm.
-
DIN-Fachbericht CEN/TR bzw. DIN-Fachbericht CLC/TR ist der
europäische Technische Bericht, der unverändert als DIN-Fachbericht
-
Ferner besteht die Möglichkeit, Ergebnisse der Standardisierung,
z. B. durch Konsortien, ohne die Vorgaben des Normungsprozesses
zu erfüllen und mit niedrigerem Konsensgrad schneller zu veröffentlichen.
Amt für Standardisierung der DDR:
-
Das in der
DIN-Chronik
erwähnte, 1954 eingerichtete "Amt für Standardisierung der DDR"
hat etwa 20'000 "Standards" herausgegeben. Dies waren keine "im Konsens"
erstellten "Normen" sondern eigentliche "Industriestandards".
-
1990 stellt das "Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung der DDR"
seine Arbeit ein. Die Anwendung von DIN-Normen wird empfohlen.
Bezeichnungen der SNV:
-
Die SNV erstellt neben den "Schweizer Normen" (SN) auch
"Schweizer Regeln" unter der Bezeichnung "SNR". Der Status dieser "SNR"
ist auf der Homepage der SNV nicht angegeben und es ist auf der Homepage
nicht ersichtlich, ob es sich um "Normen" oder "Standards"
(wie die Fachberichte bei DIN) handelt und ob diese Dokumente wie Normen
mit normativen und informativen Teilen oder nur informativ sind.
Beispiel:
SNR 277205 - Neue Schweizer Regel zur Prüfung von Partikelfiltersystemen
-
Die "SNR" ist bei der
Bezeichnung von Normen
und auch im
Glossar
nicht angegeben.
(auch nicht unter "Weitere Bezeichnung von normativen Dokumenten",
in der auch informative Dokumente aufgeführt sind)
Die vom W3C Cornsotium erstellten Dokumente werden als
"Technical Reports" bezeichnet und als "Recommendations" (Empfehlungen)
veröffentlicht.
Die Gruppe "RFC-Editor" der Internet Society (ISOC) veröffentlicht
sogenannte "RCF":
-
RFC behalten auch dann ihren Namen, wenn sie sich durch allgemeine
Akzeptanz und Gebrauch zum Standard entwickelt haben.
Standardisierung:
-
Im Gegensatz zur konsensbasierten Normung wird der Erarbeitungsprozess
von Spezifikationen im Deutschen als Standardisierung bezeichnet.
DIN macht folgende Angaben zur Standardisierung:
-
In Ergänzung zur konsensbasierten Normung wird der
Erarbeitungsprozess von Spezifikationen im Deutschen als
Standardisierung bezeichnet.
-
Insbesondere in Gebieten mit hohem Innovationsgrad kann der
schnelle Standardisierungsprozess den Wissens- und
Technologietransfer fördern und beschleunigen.
-
Gleichzeitig können Standards die Basis für spätere Normen sein.
-
Im Rahmen der Standardisierung erfolgen die Arbeiten nicht
bzw. nicht zwingend unter Einbeziehung aller interessierten
Kreise und der Öffentlichkeit und können daher wesentlich
schneller als Normen erarbeitet werden.
Folgende Begriffe fallen nicht unter den Begriff "Standard" wie er
in der "Normung und Standardisierung" verwendet wird:
-
Ein Niveau, Qualitätsniveau (z.B. Ausstattungsstandard, Lebensstandard),
-
einen Regelfall, Normalfall (z.B. Standardversion, Standardmodell),
-
Pflegestandard, Rechnungslegungsstandards, Standardabweichung,
Standardsituation, Bildungstechnologische Standards.
c) Unterscheidung zwischen "Norm" und "Standard" im Deutschen
-
Norm:
-
Eine Norm ist ein Dokument, das durch eine breite Beteiligung
aller interessierten Kreise im Konsens erarbeitet wird.
-
In der Regel bezieht es sich auf ein Produkt oder eine Anwendung,
die bereits eine gewisse Marktreife erlangt hat.
-
Standard:
-
-
Der Standard dagegen kann von einem geschlossenen Kreis von
Unternehmen oder auch nur einem Unternehmen unter Ausschluss der
Öffentlichkeit entwickelt werden.
-
Im Produktlebenszyklus werden Standards meist zu einem früheren
Zeitpunkt als Normen entwickelt.
d) "Norm" und "Standard" im Englischen:
"Norm" im Deutschen = "Standard" im Englischen:
-
Man spricht von "standards" und "standardization".
(International mit "z", entsprechend der amerikanischen Schreibweise)
"Industriestandard" als "de facto Standard" im Englischen:
-
Der englische Sprachraum kennt den "Industriestandard" als
"de facto Standard".
Weitere Definitionen von "de facto standard":
-
A
de facto standard is a technical or other standard that is so
dominant that everybody seems to follow it like an authorized standard.
-
A de facto standard is sometimes not formalized and may simply rely on
the fact that someone has come up with a good idea that is liked so
much that it is copied.
-
Typical creators of de facto standards are individual companies,
corporations, and consortia.
-
In computing, de facto standards can sometimes become de jure
standards due to their share of the relevant market.
-
For example, JavaScript by Netscape was standardized as ECMAScript
and parts of DOM Level 0 became standardized in DOM Level 1/2 HTML
Specification.
e) Technische Vorschriften
-
Rechtsverbindliche Regeln, deren Einhaltung die Voraussetzung bildet,
damit Produkte angeboten, in Verkehr gebracht, in Betrieb genommen,
verwendet oder entsorgt werden dürfen, insbesondere Regeln hinsichtlich:
-
der Beschaffenheit, der Eigenschaften, der Verpackung, der
Beschriftung oder des Konformitätszeichens von Produkten,
-
der Herstellung, des Transportes oder der Lagerung von Produkten,
-
der Prüfung, der Konformitätsbewertung, der Anmeldung,
der Zulassung oder des Verfahrens zur Erlangung des Konformitätszeichens.
-
Bundesgesetz über die technischen Handelshemmnisse (SR 946.51):
Art 3 Begriffe
f) Technische Regeln
Technische Regeln nach Wikipedia:
-
Technische Regeln sind Empfehlungen und technische Vorschläge,
die einen Weg zur Einhaltung eines Gesetzes, einer Verordnung,
eines technischen Ablaufes usw. empfehlen.
-
Sie sind keine Rechtsnormen und haben damit auch nicht den
Charakter von gesetzlichen Vorschriften.
-
Eine Ausnahme stellen die Unfallverhütungsvorschriften (UVV, BGV)
der Unfallversicherungsträger, der Berufsgenossenschaften, dar;
diese sind für einen begrenzten Bereich (Mitgliedsbetriebe)
autonomes Recht und gleichzeitig Technische Regel.
-
Auch EU-Richtlinien stellen an sich keine unmittelbar
anwendbaren Rechtsnormen dar, da sie zunächst in das nationale
Recht der jeweiligen Mitgliedstaaten umgesetzt werden müssen;
sie können aber bei fehlerhafter oder verspäteter Umsetzung
unmittelbar anwendbar sein und sind jedenfalls für die Auslegung
des nationalen Rechts von Belang. Besonders im Arbeits- und
Gesundheitsschutz werden technische Regeln für die betriebliche
Umsetzung verwendet.
Bezeichnung der entsprechenden Dokumente in der WTO:
-
The Technical Barriers to Trade Agreement (TBT) tries to ensure
that regulations, standards, testing and certification procedures do
not create unnecessary obstacles.
Technische Regeln nach der schweizerischen Notifikationsverordnung:
-
In der schweizerischen Notifikationsverordnung und auf der Homepage der
SNV ist keine Definition für "Technische Regeln" gegeben.
-
Unter "Technischen Regeln" werden aber in der Praxis alle technischen
Vorschriften und die in diesen Vorschriften verwiesenen Dokumente,
wie Normen und Spezifikationen etc. verstanden.
-
3 Reglemente, Glossars und FAQ
a) Reglemente zur Normungsarbeit
b) Leitfäden
c) Bezeichnung von Normen
d) Begriffe und Definitionen
-
admin.ch
Bundesgesetz über die technischen Handelshemmnisse (SR 946.51):
Art 3 Begriffe
e) Abkürzungen und Glossars
f) Fragen und Antworten (FAQ)
-
4 Websites
-
5 Internet-Dokumentationen
Allgemeines zu Dokumenten und Dokumentationen
Recommendations des W3-Konsortiums
-
Recommendations (Empfehlungen) des W3-Konsortiums sind Dokumente mit
dem höchsten im Web verfügbaren Verbindlichkeits-Charakter.
-
Es handelt sich um technische Beschreibungen einzelner Web-Technologien
wie beispielsweise HTML, CSS oder XML.
-
Die Recommendations haben die Aufgabe, die jeweilige Technologie
vollständig und unmissverständlich darzustellen.
Requests For Comments (RFCs)
-
Die Requests for Comments (RFCs) (wörtlich: "Antrag auf Kommentierung")
sind der Dokumenttyp für Beschreibungen.
-
Es handelt sich um Dokumente für technische Standards im Internet
allgemein.
-
RFC mit der Nummer
RFC 1543, beschreibt, wie RFCs auszusehen haben.
-
Beispiel von Dokumentnamen:
RFC 959 oder
RFC 1867.
Verwaltung der RFCs
-
The Internet Engineering Task Force (IETF):
Home
Frequently Asked Questions (FAQs)
-
Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen) sind keine
offiziellen Dokumente in dem Sinn, dass sie von einer Organisation
herausgegeben und verwaltet werden.
-
Es handelt sich einfach um einen Dokumentationstyp, der sich im
Internet etabliert hat und eine lange Tradition hat.
-
Es gibt FAQs zu allen nur erdenklichen Themen - von Tieren über
Politik und Religion bis hin zu technischen Fragen zum Internet.
Anbieter-Dokumentationen
Freie Dokumentationen
Bücher
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